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Apotheker Jan-Christoph Grimm
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Ratgeber

Migräne

junge Frau hält sich Kopf

In Deutschland leiden rund 15 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer - also fast zehn Millionen Menschen - an dieser Krankheit. Sie haben regelmäßig anfallsartige pulsierende Kopfschmerzen. Diese Schmerzen können zwischen wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen andauern und sind meist von anderen Symptomen wie Schwindel, Übelkeit und Lichtscheu begleitet.

Vorboten:

  • Müdigkeit
  • der Wunsch die Augen zu schließen
  • Spannungsgefühl im Nacken, das über eine Gesichtshälfte zieht
  • so genannte Aura-Phänomene

Aura-Phänomene

  • bei etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten
  • verschwommenes Sehen
  • Flimmererscheinungen vor den Augen
  • eingeschränktes Gesichtsfeld
  • Sprach- und Sensibilitätsstörungen
  • verschwinden meist, wenn die eigentliche Kopfschmerz-Phase einsetzt

Ursachen und Prozesse

Wenn auch die genauen Ursachen und Prozesse noch nicht vollständig verstanden sind, so wissen die Mediziner doch zumindest, was im Kopf vorgeht. Die feinen, weitverzweigten Blutgefäße im Gehirn (in der Hirnhaut) erweitern sich und ihre Wanddurchlässigkeit nimmt zu. Blutplasma tritt dabei aus und verursacht im umgebenden Gewebe eine Art Entzündung, die sich als peinigende Schmerzen äußert.

Die häufigsten Auslöser und wie man ihnen begegnet:

  • Stress: Übermäßige und andauernde Belastungen werden nicht richtig verarbeitet. Allerdings schlägt die Migräne meist erst in der Erholungsphase zu, nach der eigentlichen Belastung. So kommt es häufig zur so genannten "Wochenend-Migräne".
  • Wetter und Klima: Wetterwechsel, Fön oder extreme Wetterlagen machen den meisten Betroffenen zu schaffen. Leider ein Faktor, der nun einmal nicht beeinflussbar ist.
  • Körperliche Anstrengungen: Vermeidbar dagegen sind übermäßige körperliche Belastungen, sei es beim Sport oder bei der Arbeit. Auch sie können Migräneattacken auslösen. Als Vorbeugung hat sich dagegen bei vielen ein Ausdauersport bewährt, zum Beispiel regelmäßiges Laufen, Walken, Schwimmen oder Rad fahren. Es empfiehlt sich ein drei bis viermal wöchentliches Training von jeweils circa 30 Minuten. Dabei gilt: den Körper belasten, aber nicht überlasten.
  • Nahrungsmittel und Alkoholika: Achtung Genussmittel: Sämtliche alkoholischen Getränke können selbst in geringer Menge eine Migräneattacke auslösen. Meist ist nicht der Alkohol die Ursache, sondern die Kombination mit bestimmten Begleitstoffen, zum Beispiel dem rot-violetten Traubenfarbstoff. Auch bestimmte Inhaltsstoffe in Käse, Würstchen, Schokolade, Zitrusfrüchten oder das Natriumglutamat in vielen chinesischen Gerichten gelten als Auslöser. Hier hilft am besten der Verzicht.
  • Schlaf: Wer am Wochenende zu lange schläft und dadurch vom gewohnten Schlafrhythmus abweicht, kann einen Anfall auslösen. Versuchen Sie, Ihren persönlichen Rhythmus zu ergründen und nach diesem zu leben. Die Basis sollte ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus sowie regelmäßige Essens- und Arbeitszeiten sein.
  • Verhütungsmittel und Menstruation: Die Tage vor den Tagen werden oft zum Problem. Zusätzlich kann die Antibabypille die Migräne verschlimmern. In diesen Fällen sollte sie abgesetzt bzw. durch Präparate mit einem niedrigen Östrogenanteil ersetzt werden.

Nur wer die individuellen Schmerzauslöser kennt und meidet, kann die Migräne gezielt bekämpfen. Auch zur Vorbeugung kann man einiges tun. Mit der Zeit stellen viele Migränepatienten bestimmte Regelmäßigkeiten fest. Ein Schmerztagebuch kann eine Hilfe sein, die individuellen Schmerzauslöser zu finden.

Therapie

Migräne ist nicht heilbar. Dennoch gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben mit Migräne erleichtern. Die Behandlung gehört in jedem Fall in die Hand eines Arztes. In allen großen Kliniken gibt es Ärzte, die auf Schmerztherapie spezialisiert sind.

Eine der wichtigsten Hilfen sind Entspannungsübungen, die aber erst erlernt werden müssen. Schnell anwendbar: Die progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen.

Medikamente

In der Regel geht es nicht ohne Medikamente. Bei leichten Kopfschmerzen helfen oft schon einfache Schmerzmittel wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin Migräne) oder Paracetamol. Bei ernsten Migräneattacken schaffen Vasokonstriktoren, gefäßverengende Substanzen, Abhilfe. Gegen die leidigen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen helfen Antiemetika.

Während Medikamente früher nur die allgemeine Schmerzempfindung dämpften, wirken die neuen - so genannte Triptane - auch gezielt in dem Entzündungsherd. Die Blutgefäße verengen sich wieder, und damit gehen auch die Entzündung und die Schmerzen zurück.

Unser Rat:

Gegen Kopfschmerzen kann auch Kälte helfen. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße, und der Schmerz lässt nach. Wickeln Sie Eis in ein Tuch und kühlen Sie damit die Schläfen. Aber nicht länger als zehn Minuten am Stück auflegen, dazwischen Pausen einlegen.

Einen ähnlichen Effekt erreicht man mit Minzölen aus der Apotheke. Diese können auch "unterwegs" angewendet werden.